Die Klinik-Webseite ist das wichtigste Marketing-Tool für Ihr Krankenhaus und häufig der erste Kontakt potenzieller Patienten zu Ihrem Haus – Ihre Chance, Vertrauen und einen guten Eindruck zu schaffen.

„You never get a second chance to make a first impression“ – das gilt auch für Klinik-Webseiten. Ihr Vorteil: Es gibt nach wie vor viele Krankenhäuser, deren Webseiten seltsam aussehen. Oder modern sind, aber an den Bedürfnissen der Zielgruppe komplett vorbei gehen. Machen Sie es besser!

Wir haben hier die wichtigsten Tipps für gute Klinik-Webseiten zusammengestellt:

1.

Die Zielgruppe im Blick behalten
Für wen machen Sie Ihre neue Krankenhaus-Webseite? Die Frage scheint einfach, doch in der Praxis sieht man den meisten Krankenhaus-Webseiten an, dass sich ihre Macher/innen entweder wenig über ihre Zielgruppe nachgedacht haben oder am Ende doch die Geschäftsführung und die Chefärzte im Fokus standen – auch wenn diese Informationen über ihr Krankenhaus doch nun wirklich nicht erst im Netz erfahren sollten. Starten Sie den Relaunch Ihrer Krankenhaus-Webseite mit einer klaren Definition Ihrer Zielgruppe oder Ihrer Zielgruppen. Am besten definieren Sie dafür sogenannte „Personas“, also konkrete beispielhafte Nutzer/innen. Welche Informationen werden zum Beispiel Patient/innen auf Ihrer Webseite suchen? Welche Erwartungen haben Zuweiser/innen? Was möchten potenzielle Bewerber/innen wissen?

Aber Achtung: Die definierten und idealerweise mit der Geschäftsführung und evtl. auch mit den Chefärzten abgestimmten Zielgruppen bzw. Personas dürfen danach nicht in der Schublade verschwinden! Während Sie das Konzept für redaktionelle Inhalte und die Navigation erstellen, prüfen Sie beständig, ob Sie damit tatsächlich die Bedürfnisse der künftigen Nutzer/innen treffen. Je konsequenter Sie dabei sind, desto besser und interessanter wird später Ihre Klinik-Webseite.

Tipp: Definierte Zielgruppen und Personas eignen sich auch hervorragend als Argumentation für spätere Diskussionen, ob nicht vielleicht doch „Unser Haus“ und „Vorstand/Geschäftsführung“ ganz vorne in die Navigation und ganz prominent auf die Webseite Ihres Krankenhauses gehören. Oder haben Sie schon mal einen Patienten getroffen, der das Krankenhaus für einen elektiven Eingriff anhand der Fotos und Namen der Geschäftsführer/innen ausgewählt hat?

2.

Sender-Empfänger-Prinzip beachten
Wenn Sie Zielgruppen bzw. Personas (siehe oben) definiert haben, ist das Sender-Empfänger-Prinzip die glänzendste aller goldenen Regeln für die Webseiten-Erstellung. Sie ahnen es: Der Empfänger bzw. die Empfängerin sind das Maß aller Dinge, nicht Sie als Sender. Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler und schon gar nicht zuallererst dem Chef des Anglers. Schon klar? Wirklich? Dann handeln Sie auch danach! Weg mit Phrasen, unverständlichen Fachbegriffen, selbstdarstellerischen Ego-Inhalten und was immer sich so üblicherweise auf die Webseite schleicht, obwohl sich die Zielgruppen gar nicht dafür interessieren.

Aber Ihre Chefs legen auf diese Inhalte besonderen Wert? Okay, dann sollen sie ihren Willen bekommen, sind ja schließlich Chefs … aber wer sollte Sie davon abhalten, die für Ihre Zielgruppen tatsächlich wichtigen Inhalte prominent zu platzieren? Zum Glück hat eine Webseite ja mehrere Ebenen.

Tipp: Sie kennen den Spruch vom Propheten im eigenen Land. Mitunter ist es sinnvoll – weil wirksam –, das Konzept für Ihre neue Krankenhaus-Webseite mit Schützenhilfe „von außen“ zu erarbeiten, also mit Fachleuten, die sich sowohl mit Gesundheits- und Krankenhausthemen als auch mit Internet und Technik auskennen. Wählen Sie dafür solche Experten, die beide Bereiche (zusammen mit Ihnen) hausintern fachlich kompetent vor den entsprechenden Gremien darstellen und vertreten können.

3.

Geben Sie Patient/innen die passenden Antworten
Ihre Klinik-Website ist die wichtigste und umfassendste Informationsquelle für Ihre potenziellen Patient/innen. Eine wachsende Zahl von Patient/innen, denen ein Krankenhausaufenthalt bevorsteht, studiert sehr genau die Internetseiten der Häuser, die für sie in Frage kommen.
In der Regel entscheiden sie sich für das Krankenhaus, dem sie am meisten vertrauen, also für das, bei dem sie den Eindruck haben, dass es für ihre Erkrankung und für ihre persönlichen Bedürfnisse genau das richtige ist.

In zahlreichen Studien wurde untersucht, was potenzielle Patient/innen wissen möchten, wenn sie sich für ein Krankenhaus entscheiden. Die wichtigsten Patientenfragen, die Ihre Klinik-Webseite beantworten sollte, haben wir Ihnen zusammengestellt – klicken Sie hier

4.

Gute Texte sind verständlich, kurz und informativ
Sie werden eine/n Patienten/in nicht dadurch für Ihr Krankenhaus begeistern, dass Sie ihn/sie mit medizinischem Fachchinesisch vor Ehrfurcht erstarren lassen. Wenn Sie die hohe medizinische Qualität Ihres Krankenhauses zeigen möchten, dann tun Sie dies, aber die zur Schau gestellte Kenntnis möglichst vieler lateinischer Bezeichnungen macht noch keine medizinische Behandlungsqualität, das wissen auch Patient/innen.

Gute Texte auf Krankenhaus-Webseiten sind verständlich, kurz und informativ. Wenn Fachbegriffe unvermeidbar oder geboten sind, dann sollten sie in knappen Worten erklärt werden. Für fast jeden lateinischen Begriff aus der Medizin gibt es eine deutsche Entsprechung. Ein Übermaß an englischen Floskeln ist übrigens auch längst nicht mehr cool, sondern zeigt lediglich, dass sie sich für cooler als ihre Zielgruppe halten – nicht gerade eine geniale Marketing-Idee.

Mit verständlichen und interessanten Texten können Sie Ihren künftigen Patient/innen zeigen und emotional transportieren, dass Sie sie im Wortsinn „verstehen“, also auch ihre Bedürfnisse und Wünsche verstehen werden. Das ist Klinik-Marketing!

Tipp: Die schlimmsten Phrasen und Text-Katastrophen, die auf zahlreichen Krankenhaus-Webseiten ihr Unwesen treiben, haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

Wie es besser geht, erfahren Sie hier in unseren Regeln für gute Texte auf Klinik-Webseiten.

5.

Ärzte sind keine Redakteure!
Keine Frage, Ihre Chef- und Oberärzt/innen sind geniale Vertreter/innen ihres Fachs und hochkompetent. Aber das Studium der Medizin war wahrhaft facettenreich genug, da passte eine redaktionelle Ausbildung nicht auch noch hinein. Ärzt/innen können in Redaktionsgesprächen Informationen für Ihre künftige Klinik-Webseite beisteuern, aber sie sollten selbst keine Texte schreiben (müssen), auch keine Briefing-Texte für die Webseiten-Redaktion.
Texte für Ihre Webseite sollten ausschließlich Redakteure schreiben, die ihr journalistisches Handwerk gelernt haben und auch komplizierte Sachverhalte kurz und verständlich ausdrücken können. Genauso wie ein Krankenhaus niemals einen Redakteur mit dem Skalpell in der Hand an den OP-Tisch stellen würde, gehören Ärztinnen und Ärzte nicht zum redaktionellen Texten an die Tastatur.

Dabei geht es nicht nur um das Vermeiden von medizinischen Bandwurm-Sätzen und um Text-Qualität: Nach unserer Erfahrung ist der häufigste Grund für Verzögerungen beim Relaunch von Klinik-Webseiten das Warten auf Texte und Freigaben von Chef- und Oberärzten. Tappen Sie nicht in diese Falle, sondern planen Sie Ihr Relaunch-Projekt gleich so, dass die vielbeschäftigten Ärzt/innen Ihres Krankenhauses nur ein Minimum an Aufwand damit haben werden.

Sie haben keinen in medizinischen Themen bewanderten Online-Redakteur im Haus oder die Kommunikationsabteilung hat auch so genug zu tun? Kein Problem, solche Leute können Sie auch temporär für Ihr Webseiten-Projekt engagieren. Meist haben es die „externen Experten“ erfahrungsgemäß in der Praxis auch viel leichter, Absprachen und Freigaben mit Chefärzten zu bewerkstelligen.

… und übrigens: Auch Assistent/-innen und der/die mit diesem Internet doch so gut vertraute junge Kollege/in sind keine sinnvolle Alternative, wenn es um gut geschriebene und fachlich einwandfreie Texte für Ihre Klinik-Webseite geht.

6.

Optimieren Sie Ihre Klinik-Webseite für Google
Wie viele Besucher (Visits) Ihre künftige Krankenhaus-Webseite bekommt, hängt vor allem davon ab, wie gut Sie Ihren Internet-Auftritt für Google optimieren. Der Suchmaschinen-Gigant ist bei den meisten Klinik-Webseiten für 60 bis 70 Prozent der Zugriffe verantwortlich. Vor allem bekommen Sie über Google neue Nutzer/innen und potenzielle Patient/innen auf der Suche nach dem passenden Krankenhaus für eine anstehende Behandlung.

Wir haben Ihnen einige Tripps und Tricks speziell für die Suchmaschinen-Optimierung von Klinik-Webseiten zusammengestellt, mit denen Ihr Haus gute Chancen auf vordere Plätze bei Google bekommt. Für unsere SEO-Praxistipps klicken Sie hier.

Suchmaschinen-Marketing ist eines der wichtigsten Elemente für erfolgreiches Klinikmarketing.

7.

Überzeugen Sie mit den richtigen Tools
Eine Klinik-Webseite sollte sich von üblichen Unternehmenspräsenzen im Netz unterscheiden, die meist mit ein paar lapidaren Info-Seiten auskommen. Die Besucher Ihrer Klinik-Webseite müssen sofort sehen und spüren: Hier wird Ihnen geholfen, bei Ihnen steht Service ganz oben. Diesen Effekt erreichen Sie am besten mit guten Tools speziell für Krankenhaus-Webseiten: Eine herausragende Suchfunktion ist Pflicht, eine Körpernavigation ebenfalls. Sie sollten aber auch mit interaktiver Darstellung Ihrer guten Behandlungs- und Pflegequalität punkten, die Orientierung auf dem verwinkelten Krankenhaus-Gelände mit einer dynamischen Map erleichtern und Interessenten einen schnellen Kontakt zur richtigen Abteilung bieten. Sofern Sie eigene Social-Media-Kanäle bedienen, können Sie die Posts in einer spannenden Social Wall aggregieren.

8.

Zeigen Sie Ihre gute Qualität
Einer der wichtigsten Entscheidungsfaktoren bei der Krankenhauswahl ist die Behandlungsqualität Ihres Hauses. Wenn Sie Patient/innen mit Ihrer guten Qualität überzeugen wollen, dann reicht es nicht, wenn Sie auf Ihrer Klinik-Webseite das monströse PDF Ihres jährlichen Qualitätsberichts zum Herunterladen anbieten. Oder hätten Sie Lust, sich durch mitunter hunderte Seiten Fachchinesisch und Fakten-Wirrwarr zu kämpfen, um einen Eindruck von der Behandlungsqualität zu bekommen? Das ist dann das komplette Gegenteil von Patientenorientierung und ein Beispiel, wie Klinikmarketing gerade nicht aussehen sollte.

Für die Darstellung von Krankenhausqualität auf der Webseite gibt es deutlich verständlichere und patientenfreundliche Lösungen, mit denen Sie sich von Ihren Mitbewerbern absetzen können. Eines der Tools ist quadata, das ausgewählte Qualitätsindikatoren Ihres Hauses dynamisch in ansprechenden Balkendiagrammen aufbereitet. Gute Qualität auf einen Blick – so überzeugt man heute Patient/innen.

9.

Modernes und funktionierendes Design
Eine Webseite muss gut aussehen und modern wirken, keine Frage. Aber beim Webseiten-Design ist es wie beim Fisch, dem Wurm und dem Angler: Ihre Klinik-Webseite muss vor allem der Hauptzielgruppe Patient/innen gefallen, nicht (nur) Ihnen und Ihrem Vorstand. Aber vor allem reicht es nicht, wenn Ihre Krankenhaus-Webseite einfach nur toll aussieht – oder wollen Sie etwa „in Schönheit sterben“?

Ein modernes und funktionierendes Design einer Klinik-Webseite spricht die Nutzer/innen nicht nur an, sondern führt die Augen geschickt zum wichtigsten Punkt und lässt die Nutzer/innen auf den (wortwörtlich) ersten Blick erfassen, dass sie hier richtig sind und wie sie schnell an die gewünschte Information kommen. Modernität und Seriösität müssen kein Gegensatz sein, denn ein gutes Design schafft Vertrauen. Aber lassen Sie sich nicht zu angeblich modernen Gimmicks verführen, wie sie von pseudo-hippen Agenturen gern angeboten werden – was die Zielgruppe Ihrer Klinik-Webseite nicht intuitiv versteht, schreckt sie ab.

10.

Das passende Content Management System wählen und aktuell halten
Webseiten werden heute durch Content Management Systeme (CMS) gesteuert, niemand baut mehr individuelle Internet-Seiten. Aber welche technische Basis ist richtig? Es geht nicht darum, ob ein CMS gut oder schlecht ist, sondern ob es zu Ihren Bedürfnissen heute und in den nächsten fünf bis zehn Jahren passt, denn CMS zu wechseln ist aufwändig und teuer. Kostenfreie CMS (Open Source) sind mittlerweile ihren kommerziellen Kollegen häufig überlegen, denn an Open Source-Projekten arbeiten weltweit mehr Entwickler, als es sich Anbieter kostenpflichtiger Lösungen leisten können. Natürlich brauchen Sie eine Agentur, die sich sehr gut mit dem jeweiligen CMS auskennt und Ihnen deshalb zumindest den gleich guten Service bieten kann, den Ihnen ein kommerzieller Anbieter zumindest verspricht – in der Praxis nimmt auch da die Erreichbarkeit meist schnell ab, wenn der/die engagierte Vertreter/in mit der Unterschrift aus dem Haus ist und Sie dem/der Entwickler/in hinterher telefonieren müssen.

Die vor wenigen Jahren noch recht große und leicht verwirrende Vielfalt verschiedener Open-Source-CMS mit Namen wie Joomla, Drupal, Contao und TYPO3 hat sich für den Einsatz für Klinik-Webseiten mittlerweile auf zwei Systeme konzentriert: WordPress und TYPO3. Eines von diesen beiden CMS passt für Ihre Webseite, aber welches?

Der Einsatz von WordPress ist verlockend, und es handelt sich tatsächlich um ein faszinierend gutes System. Das kostenfreie CMS bringt viele Funktionen bereits mit und ist relativ leicht und kostengünstig zu installieren, hat ansprechende Design-Vorlagen und ist leicht upzudaten. Außerdem kennen sich viele Mitarbeiter/innen in Kommunikationsabteilungen bereits mit WordPress aus, da sie vielleicht einen privaten Blog mit diesem CMS betreiben oder sich für die Homepage von Schule oder Sportverein engagieren. Aber bevor Sie jetzt Hurra schreien und in WordPress die Lösung schlechthin sehen, sollten Sie sich die Zeit für Antworten auf eine schlichte, aber nicht leicht zu beantwortende Frage nehmen. Denn, wie gesagt: Mit der CMS-Entscheidung werden Sie voraussichtlich ein paar Jahre leben müssen, und ein falsches CMS ist fürchterlich für Ihr Klinikmarketing. Diese entscheidende Frage lautet: Welche Anforderungen an ein CMS haben wir in unserem Haus heute, und welche werden wir vermutlich in den nächsten Jahren haben?

WordPress ist ein tolles System für relativ kleine Webseiten, also für Krankenhäuser mit einigen Fachabteilungen und dem üblichen informativen Drumherum. Daumengröße: Krankenhäuser mit bis zu 200 Betten, bis zu rund 50 Einzelseiten im Web-Auftritt, ohne besondere Ansprüche an die eingesetzten Tools und mit nur wenigen Personen, die die Inhalte pflegen, fahren meist recht gut mit WordPress.

Alle anderen sollten sorgfältig prüfen, ob ihnen jetzt oder künftig WordPress nicht „zu klein“ ist oder werden könnte. Mit TYPO3 sind Sie auf der sicheren Seite, denn obwohl Open Source, ist TYPO3 ein Enterprise-System, mit dem sich so ziemlich alle Wünsche und auch komplexeste Anforderungen erfüllen lassen. Mit TYPO3 lassen sich problemlos tausende Einzelseiten mit zahlreichen Bildern komfortabel verwalten und das Rechte-Management so filigran konfigurieren, dass theoretisch auch Oberärzt/innen nur in den Seiten ihrer Fachabteilung arbeiten könnten, ohne dabei im Rest des CMS etwas kaputt machen zu können. Auf der Basis von TYPO3 lassen sich mit frei verfügbaren oder selbst entwickelten Funktionserweiterungen (Extensions) auch anspruchsvolle Funktionalitäten realisieren, zudem hat das System einen hohen Sicherheitsstandard. Aber die Entscheidung für TYPO3 hat ihren Preis, obwohl das eigentliche System ja kostenfrei ist. Die Erst-Installation ist deutlich aufwendiger als bei WordPress, und auch Updates und laufende Pflege erfordern mehr Aufwand.

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