Ihre Krankenhaus-Webseite soll zuallererst Patientinnen und Patienten ansprechen. In einer einfachen und angenehmen Sprache, mit verständlichen und dennoch fachlich fundierten Inhalten sowie mit der richtigen Balance von prägnanter, übersichtlicher Darstellung und notwendiger Ausführlichkeit.

Gar nicht so einfach. Und schon gar nicht eine Aufgabe für nebenbei. Viele Internet-Texte von Krankenhäusern entstehen an den Schreibtischen von Chefärzt/innen und wandern von dort ungefiltert auf die Website. Andere durchlaufen endlose Abstimmungsprozesse und sind am Ende eine einzige große Verschlimmbesserung verschiedenster Co-Autor/innen.

Mit überladenen, schwer zu lesenden und wenig ansprechenden „Texten des Grauens“ kann man leicht Patient/innen und Interessent/innen verprellen. Im schlechten Fall klicken sie einfach weg, im noch schlechteren bleibt ein nachhaltig negativer Eindruck des gesamten Krankenhauses zurück.

Mit ein paar einfachen Regeln können Sie erreichen, dass die Lektüre Ihrer Texte auf der Klinik-Webseite für die Patient/innen ein Gewinn ist und echtes Interesse daraus entsteht.

1.

Schreiben sollte der Fachmann oder die Fachfrau
… und zwar der- oder diejenige für Kommunikation. Häufig werden Texte für Klinik-Webseiten geschrieben von Ärzt/innen, Abteilungsleitungen, Assistent/innen, Sekretär/innen, vom Marketing – oder von dem, der gerade Zeit hat. Heraus kommt ein Sammelsurium unterschiedlicher Stile, fachlicher Niveaus und inhaltlicher Tiefe. Die Website wird Stückwerk – und der Leser oder die Leserin spürt das auf jeder Seite. Ärzt/innen und andere Experten auf ihrem Gebiet sollten immer nur Zuliefer/innen von Informationen sein. Konzeption, Texterstellung und die endgültige Freigabe von Seiten sollte immer die Aufgabe von Expert/innen auf diesem Gebiet sein – von Fachleuten für Kommunikation. Wenn Sie keine eigene Stelle dafür haben, holen Sie sich externe Expertise ins Haus. Allerdings keine Werbeagentur oder freie Texter/innen für alle Belange, sondern möglichst spezialisiert auf den Bereich der Gesundheitskommunikation.

2.

Strukturieren Sie die Website vorab
Eine Krankenhaus-Webseite sollte nie organisch entstehen je nachdem, was an Inhalten gerade so anfällt. Machen Sie zuallererst ein Grobkonzept: Welche Haupt-Rubriken brauchen Sie, wie viele Unterebenen soll es maximal geben? Halten Sie Gliederung und Navigationsstruktur einfach und übersichtlich und vermeiden Sie unbedingt einen Irrgarten.
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3.

Entwerfen Sie vorab eine Musterseite
Überlegen Sie vorab, wie alle Seiten idealtypisch aufgebaut sein sollten: Anzahl und Länge der Textkörper, Überschriftenhierarchien, Position von Info- und Service-Kästen, Randspalten. So verhindern Sie, dass jede Seite anders aussieht. Ein einheitlicher Aufbau ist auch wichtig für die Programmierung: Je mehr verschiedene Musterseiten, um so mehr so genannte „Templates“ müssen die Entwickler/innen anlegen.

4.

Internet-Texte sind keine Werbetexte
Gesundes Selbstbewusstsein in allen Ehren – aber Selbstinszenierungen und Selbstlob, bombastische und werbliche Sprache haben auf der Internet-Seite Ihres Krankenhauses nichts verloren. Bleiben Sie authentisch und sympathisch. Patient/innen suchen Information und keine Reklame.

5.

Krankenhaus-Websites sind keine medizinischen Fachzeitschriften
Viele Chefärzt/innen schreiben selbst. Das heißt, sie veröffentlichen in Fachmedien. Eine Klinik-Website, die sich an Patient/innen richtet, ist jedoch keine Fachzeitschrift. Sie ist auch kein Forum, um medizinische Fachfragen zu diskutieren oder höchste Fachkompetenz lückenlos und umfassend zu dokumentieren. Entscheidend ist immer, was Patient/innen wissen wollen und welchen Wissenshorizont man bei ihnen erwarten kann.

6.

KISS – Keep it simple and straight
Dieser journalistische Grundsatz ist für Web-Texte besonders wichtig. Hier noch ein Exkurs, da noch eine (scheinbar) wichtige Zusatzbemerkung – und der schlanke Text wird zum Info-Dschungel. KISS heißt: klare Gedankengänge, Unwesentliches weglassen, Text nicht überladen.

7.

Ein sprachlicher KISS
„Keep it simple and straight“ gilt genauso in der Sprache. Sätze über drei Zeilen, schwerfällige Konstruktionen, verschachtelte Nebensätze, schwierige, ungebräuchliche Begriffe – wer steigt dann noch durch? Auch Fachsprache hat in einem patientenorientierten Text nur sehr bedingt etwas zu suchen. Ein Text muss flüssig zu lesen sein, Fragen lösen und darf keine neuen Rätsel aufgeben.

8.

Berücksichtigen Sie Internet-Lesegewohnheiten
Das Internet ist kein Lese-Medium, sondern ein Info-Medium. Einen Internet-Text liest man anders als den Text einer Broschüren- oder Buchseite. Lange Texte sollten die Ausnahme sein. Wenn sie sich nicht vermeiden lassen, sollten sie in leicht konsumierbare „Häppchen“ gegliedert sein. Im Internet liest das Auge nicht am Stück, sondern hüpft von einer Information zur anderen.

9.

Verwenden Sie „echte“ Fotos
Natürlich ist es immer eine Frage des Preises – aber austauschbare Klinikfotos von großen Stockfoto-Agenturen machen eine Seite unpersönlich und steril. Viele wirken übertrieben gestellt oder „amerikanisch“. Für eine gute Website leisten Sie sich von Zeit zu Zeit eine/n gute/n Fotograf/in – es lohnt sich!

10.

Bringen Sie Leben in Ihre Krankenhaus-Website
Einfache Grafiken, kurze Videos, interaktive Elemente – Information wird am besten spielerisch aufgenommen. Überlegen Sie – am besten mit Hilfe eines oder einer/s Kommunikationsexpert/in – wo und wie Sie „Leben in die Bude“ bringen können. Aber gehen Sie dosiert vor, auch wenn das Erstellen von Bewegtbildern heute einfach geworden ist. Nichts ist nerviger als ein medialer Overkill.

 

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