Sie wollen Ihre Klinik auf Ihrer neuen Website in strahlendstem Licht präsentieren? So, dass kein Patient jemals wieder in ein anderes Krankenhaus möchte?

Viele Standard-Statements auf Klinks-Webseiten klingen zunächst prächtig, gehen aber zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus – nichts bleibt hängen. Oder im schlimmsten Fall das Gegenteil von dem, was man eigentlich in so schönen Worten sagen wollte.

Vermeiden Sie Formulierungen wie …

1.

„Bei uns steht der Patient im Mittelpunkt“
Wer denn sonst bitte? Die Chefärzte, die Kostenträger oder gar die Shareholder? Als künftige Patientin oder Patient eines Krankenhauses hoffe ich doch inständig, dass ich im Mittelpunkt der ärztlichen und pflegerischen Bemühungen stehen werde. Alles andere würde mich misstrauisch machen. Sparen Sie sich also solche Allgemeinplätze.

2.

„Wir sind rund um die Uhr für Sie da“
Schön, dass die Patienten nachts oder am Wochenende nicht alleine gelassen werden. Wer solch eine Selbstverständlichkeit betonen muss, lässt eher vermuten, dass es gelegentlich doch Lücken geben könnte, in denen niemand nach den Patienten schaut. Wenn Sie aber einen guten Personalschlüssel haben, dann thematisieren Sie diesen gerne!

3.

„Wir behandeln Sie mit modernsten medizinischen Geräten“
Wie beruhigend, dass keine veraltete Technik eingesetzt wird! Wenn Sie allerdings beim Stand der Medizintechnik tatsächlich ganz vorne mitspielen, dann werden Sie konkret und nennen Sie Beispiele für Geräte, für deren Einsatzgebiete und die Vorteile, die sich aus der neuen Technik ergeben – aber bitte so, dass der Patient das Beispiel versteht!

4.

„Wir behandeln Sie nach neuesten medizinischen Erkenntnissen“
So so, also keine Therapieverfahren aus dem letzten Jahrhundert, weil man das halt immer schon so gemacht und große Routine darin hat? Wenn Sie sicher sind, dass Ihre Ärztinnen und Ärzte, auch die langgedienten, nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch immer auf dem neuesten Stand sind, dann erzählen Sie es doch! Welche Therapien sind neu, welche Ärzte wenden sie an, wie gewährleistet Ihr Haus Fortbildung, Training und höchste Qualität?

5.

„… im Dienste des Menschen“
Ja richtig, Ihr Haus kümmert sich vorrangig weder um Tiere noch um Dinge, sondern um Menschen – was für eine Überraschung! Siehe im Übrigen unter „Bei uns steht der Patient im Mittelpunkt“.

6.

„Wir bieten Ihnen das komplette Versorgungsangebot eines regionalen Klinikums“
Und das wäre? Dass Sie ein Rundum-Versorger sind, können Sie gerne mit erwähnen, sollten es aber nicht in den Vordergrund stellen. Das hört sich an wie: Wir können alles, aber nichts richtig gut. Stellen Sie vielmehr Ihre Stärken heraus, erzählen Sie, was Sie besser können als andere, in welchen Bereichen Sie echte Spezialisten haben. Damit machen Sie auf sich aufmerksam. Dass Sie alles andere auch können, erzählen Sie dann wie selbstverständlich im zweiten Schritt. Außerdem – genau gelesen? Sie bieten ein Angebot. Sprachlich nicht gerade elegant …

7.

„Wir arbeiten in einem dichten Netzwerk mit Partnern“
Ach so, es gibt Bereiche, die Sie nicht selber abdecken. Dann bleiben Sie nicht im Unklaren, denn wer etwas verschweigt, hat etwas zu verbergen – zumindest bleibt dieser Eindruck zurück. Sagen Sie ganz offen und selbstbewusst, wer Ihre Partner sind, ob Niedergelassene oder andere Krankenhäuser in der Region, wie Sie sich die Aufgaben teilen und warum diese Kooperationen zum Wohle Ihrer Patienten sind. Damit bleiben Sie glaubwürdig und weisen sich als fest verwurzelt und bestens vernetzt in Ihrer Region aus.

8.

„Herzlich willkommen in unserer Medizinischen Klinik II“
Stellen Sie bitte nicht Ihre internen Verwaltungsstrukturen in den Vordergrund, sondern versetzen Sie sich in die Rolle Ihrer Patientinnen und Patienten. Richten Sie die Navigation Ihrer Website nach Abteilungen oder Zentren für bestimmte Krankheitsbilder oder Organbereiche aus, bei denen die Patienten Ihre individuellen Behandlungsbedürfnisse wiedererkennen können. Oder Sie gehen konsequenterweise sogar ganz nach Organen, Erkrankungen oder Behandlungsgebieten vor. Also z.B.: Lunge und Atemwege – Verdauungsorgane – Haut – Knochen und Gelenke – Herz und Kreislauf usw. Und darüber gelangen die Besucher der Website dann zu den entsprechenden Fachabteilungen und Spezialisten.

9.

„… die osteosynthetische Versorgung einer Femurfraktur in Hüftnähe“
Bedenken Sie, dass die meisten Ihrer Patienten weder Medizin studiert noch Latein oder Altgriechisch gelernt noch den Pschyrembel auswendig gelernt haben. Nahezu für jedes Körperteil und für jede Erkrankung gibt es einen deutschen Begriff – das fängt bei den Koronarien an und hört bei der Otorhinolaryngologie auf. Und wenn es doch mal keinen allgemeinsprachlichen Begriff gibt, dann verwenden Sie den Fachterminus, erläutern aber, was er bedeutet.

10.

„Die Förderung der für eine erfolgversprechende Therapie unabdingbaren Compliance der Patienten kann insofern erreicht werden, als dass …“
Wer sich regelmäßig mit wissenschaftlichen Studien beschäftigt, hat ein bestimmtes Vokabular drauf und ist mit abstrakten Sprachkonstruktionen vertraut. Patienten lesen in der Regel aber keine Studien. Sie verstehen diese Sprache nicht, auch wenn sie irgendwie nach Deutsch klingt. Vermeiden Sie komplex konstruierte Bandwurmsätze, bei denen die Zusammenhänge von aneinandergereihten Substantiven erst nach dreimaligem Lesen klar werden. Verwenden Sie kurze Sätze und mehr Verben sowie Aktiv statt Passiv: „Wichtig ist, dass die Patienten die Therapie gewissenhaft befolgen. Dies erreichen wir, indem wir …“ Und bedenken Sie auch, dass weitaus nicht alle Patienten, schon gar nicht die älteren, des Englischen mächtig sind.

 

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